Nicht jeder hat eine fertige Datei oder Lust, sich in ein CAD-Programm einzuarbeiten. Für viele kleine Dinge braucht man das auch nicht. Einen Schlüsselanhänger mit Namen, ein Türschild oder einen Untersetzer baust du in unserem Editor direkt im Browser, und am Ende siehst du sofort, was der Druck kostet. Hier zeigen wir, wie das geht.
Zwei Wege, ein Ergebnis
Wenn du den Druckbereich öffnest, fragen wir zuerst, wie du starten möchtest.
- ez! führt dich Schritt für Schritt durch alles, was für den Druck wichtig ist: Modell, Material und Farbe, Qualität, Stabilität und am Ende der Preis. Jede Einstellung ist in normalen Worten erklärt.
- Editor ist die volle Werkbank. Hier legst du Teile auf die Druckplatte, drehst und skalierst sie und baust aus Formen und Text etwas Eigenes.
Beide Wege führen zum selben Druck und zum selben Preis. Oben kannst du jederzeit wechseln und nimmst dein Modell dabei mit.
Mit einer Vorlage anfangen
Der schnellste Weg zu einem eigenen Teil ist eine Vorlage. Im ez!-Modus findest du unter „Keine Datei zur Hand?“ drei Vorschläge, im Editor stehen sie im Bereich „Hinzufügen“ unter „Vorlagen“.
Schlüsselanhänger mit Namen
Eine flache Platte mit erhabenem Text und einem Loch für den Schlüsselring. Du gibst den Text ein, bis 20 Zeichen, und wählst eine Schrift. Länge, Breite, Dicke, Schriftgröße, Texthöhe und Lochdurchmesser kannst du anpassen. Als Start ist der Anhänger 56 mm lang, 20 mm breit und 3 mm dick, mit einem 5 mm großen Loch.
Namensschild für die Tür
Eine Platte mit erhabenem Text, gedacht für Tür, Briefkasten oder Regal. Hier sind bis 30 Zeichen möglich. Breite und Tiefe gehen bis 180 mm, so groß wie unsere Druckplatte. Zum Befestigen eignet sich doppelseitiges Klebeband auf der glatten Rückseite.
Untersetzer mit Rand
Eine runde Scheibe mit erhöhtem Rand, damit nichts herunterläuft. Du stellst Durchmesser, Dicke, Randbreite und Randhöhe ein. Als Start hat der Untersetzer 95 mm Durchmesser. Denk daran, dass PLA ab etwa 55 °C weich wird. Für eine Teetasse direkt aus dem Wasserkocher ist PETG die bessere Wahl. Mehr dazu im Artikel PLA im Alltag.
Eigene Formen bauen
Im Editor gibt es unter „Grundformen“ einfache Körper: Quader, Zylinder, Kugel, Kegel, Pyramide, Ring, Rohr und Prisma. Jede hat eigene Maße, die du direkt eintippst. Mehrere Formen auf der Platte ergeben zusammen ein Teil, wenn sie sich berühren oder überlappen.
Ein paar Ideen, was sich so bauen lässt:
- ein Stifthalter aus einem Rohr auf einer runden Scheibe
- ein einfacher Abstandshalter oder eine Unterlegscheibe in genau dem Maß, das du brauchst
- ein Ring als Kabelhalter
- ein kleiner Sockel für eine Figur
3D-Text
Ebenfalls bei den Grundformen liegt der 3D-Text. Damit setzt du einen Schriftzug als eigenes Teil auf die Platte, bis 40 Zeichen. Du wählst die Schrift, die Schriftgröße und die Höhe. Mehrere Schriften stehen zur Auswahl, und eine eigene Schriftdatei im Format TTF, OTF oder WOFF kannst du ebenfalls laden. Damit der Text gut druckbar bleibt, sollte er nicht zu klein sein. Sehr feine Linien unter etwa 0,8 mm Breite werden unsauber. Was bei kleinen Details geht, steht in der Hilfe zu Wandstärke und Details.
Hilfreiche Werkzeuge im Editor
Auf Fläche legen
Wenn du eine heruntergeladene Datei hochlädst, liegt sie nicht immer günstig. Mit „Auf Fläche legen“ klickst du auf eine Fläche des Modells, und der Editor dreht es so, dass genau diese Fläche unten auf der Platte liegt. Die Taste F ruft das Werkzeug ebenfalls auf. Eine gute Lage spart Stützen und Druckzeit und macht das Teil oft stabiler. Die Einzelheiten stehen in der Hilfe zu Auf Fläche legen.
Überhänge zeigen
Diese Ansicht färbt die Stellen ein, die beim Druck frei in der Luft hängen würden. So siehst du vor dem Bestellen, ob Stützen nötig sind und ob eine andere Lage hilft. Mehr dazu in der Hilfe zu Stützen und Überhängen.
Schnittansicht
Mit der Schnittansicht schaust du in dein Modell hinein. Das hilft, wenn du prüfen willst, ob Wände dick genug sind oder ob innen Hohlräume liegen.
Rückgängig, Duplizieren, Anordnen
Jeder Schritt lässt sich rückgängig machen. Teile kannst du duplizieren, und „Automatisch anordnen“ verteilt alle Teile so auf der Platte, dass sie sich nicht berühren. Das ist praktisch, wenn du mehrere Anhänger mit verschiedenen Namen auf einmal bestellen willst.
Vom Modell zum Preis
Sobald du fertig bist, wählst du Material, Qualität und Stabilität. Der Preis rechnet im Hintergrund mit, auch die Druckzeit siehst du dort. Beim Bestellen erzeugt der Editor aus deinem Modell eine Druckdatei, und wir bereiten sie für den Drucker vor. Wie sich der Preis zusammensetzt, erklärt der Artikel Was kostet ein 3D-Druck?.
Wann ein CAD-Programm doch sinnvoll ist
Für Teile, die genau zu etwas Vorhandenem passen müssen, etwa ein Ersatzteil mit Bohrungen an bestimmten Stellen oder ein Gehäuse für eine Platine, stößt der Editor an Grenzen. Dafür lohnt sich ein CAD-Programm. Es gibt kostenlose Programme, die man im Browser nutzen kann und die für Einsteiger gedacht sind. Exportiere dein Modell dort als STL oder 3MF und lade es bei uns hoch. Welche Datei sich am besten eignet, steht im Artikel über STL, 3MF und OBJ, und worauf es bei Passungen ankommt, im Artikel über Toleranzen und Passungen.
Weiterlesen
Probier es aus: Öffne den Druckbereich, wähle eine Vorlage und schau, was dein Teil kostet. Wenn du mehr über das Verfahren wissen willst, fang mit Was ist FDM-Druck? an. Antworten auf alle weiteren Fragen findest du in der Hilfe, und wie es nach der Bestellung weitergeht, steht unter Bestellung und Versand.
Titelbild: Foto von Jonathan Juursema, zugeschnitten und verkleinert, Lizenz CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Originaldatei)