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STL, 3MF oder OBJ? Welche Datei du für den 3D-Druck brauchst

Was in STL-, 3MF- und OBJ-Dateien steckt, worin sie sich unterscheiden und worauf du beim Export für den 3D-Druck achten solltest.

Bei uns kannst du Dateien im Format STL, 3MF oder OBJ hochladen, jeweils bis 50 MB. Alle drei beschreiben die Form eines Körpers, aber sie tun es auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlich viel Zusatzwissen. Wenn du weißt, was in so einer Datei steckt, vermeidest du die häufigsten Überraschungen beim Hochladen.

Was alle drei gemeinsam haben

STL, 3MF und OBJ speichern dein Modell als Netz aus Dreiecken. Jede Fläche, auch eine Rundung, wird dabei in viele kleine, flache Dreiecke zerlegt. Eine Kugel ist in so einer Datei also streng genommen ein Vieleck mit sehr vielen Seiten. Je feiner das Netz, desto runder wirkt sie, desto größer wird aber auch die Datei.

Das unterscheidet diese Formate von CAD-Formaten wie STEP. Dort sind Kreise echte Kreise und Bohrungen echte Bohrungen. Für den Druck wird ohnehin in Dreiecke umgerechnet, deshalb verlangen Druckdienste fast immer eines der drei Netzformate.

STL, der Klassiker

STL ist das älteste und am weitesten verbreitete Format im 3D-Druck. Fast jedes Programm kann es schreiben, und fast jede Modell-Sammlung im Netz bietet ihre Teile als STL an.

Die Datei enthält nur die Dreiecke, sonst nichts. Keine Farbe, kein Material, und vor allem keine Einheit. Eine STL-Datei weiß nicht, ob eine Zahl 10 nun 10 Millimeter oder 10 Zoll bedeutet. Im 3D-Druck hat sich Millimeter als Standard durchgesetzt, und so lesen auch wir die Datei. Wurde in Zoll oder Metern exportiert, kommt das Teil viel zu klein oder riesig an. Du siehst das bei uns sofort an den angezeigten Maßen.

STL gibt es in einer Text- und einer Binärfassung. Die Binärfassung ist deutlich kleiner und die übliche Wahl.

3MF, der moderne Nachfolger

3MF wurde gezielt für den 3D-Druck entwickelt. Technisch ist es ein ZIP-Archiv, in dem das Modell als XML beschrieben ist. Das klingt umständlich, hat aber Vorteile:

  • Die Einheit steht in der Datei, ein Programm muss sie nicht raten.
  • Mehrere Teile können in einer Datei liegen, jedes mit seiner Lage im Raum.
  • Durch die Kompression sind 3MF-Dateien meist kleiner als vergleichbare STL-Dateien.
  • Es können Farben, Materialien und Druckeinstellungen mitgespeichert werden.

Für uns zählt beim Druck die Form. Liegen mehrere Teile in einer Datei, übernehmen wir sie gemeinsam in ihrer Anordnung. Farbe und Material wählst du im Shop, und auch Druckeinstellungen wie die Füllung stellst du bei uns ein. Was dein eigenes Programm in der 3MF-Datei dazu gespeichert hat, spielt dafür keine Rolle. Die Maße solltest du nach dem Hochladen trotzdem kurz ansehen, das gilt für jedes Format.

OBJ, aus der Grafikwelt

OBJ kommt aus der 3D-Grafik und wird von vielen Modellier- und Scan-Programmen geschrieben. Es ist ein Textformat und kann neben Dreiecken auch Vierecke und größere Vielecke enthalten. Oft liegt eine zweite Datei mit der Endung MTL daneben, die Farben und Texturen beschreibt. Für den Druck brauchst du sie nicht.

Wie STL hat auch OBJ keine feste Einheit. Bei Scans und Grafikmodellen ist die Größe deshalb häufiger daneben. Prüf nach dem Hochladen kurz die Maße und skaliere im Editor, wenn es nötig ist.

Die drei im Vergleich

STL 3MF OBJ
Einheit gespeichert nein ja nein
Mehrere Teile eingeschränkt ja ja
Farbe und Material nein ja über MTL-Datei
Dateigröße mittel klein groß
Verbreitung sehr hoch wächst hoch in Grafik und Scan

Wenn du die Wahl hast, nimm 3MF. Bietet dein Programm nur STL an, ist das genauso gut, für den Druck reicht die Form vollkommen.

Was beim Export oft schiefgeht

Das Netz ist nicht geschlossen

Für den Druck muss das Modell einen geschlossenen Körper bilden, wie ein Ballon ohne Loch. Fehlt irgendwo ein Dreieck, weiß das Programm nicht, was innen und was außen ist. Modelle aus Grafikprogrammen und Scans haben solche Lücken häufiger als Teile aus einem CAD-Programm.

Die Auflösung passt nicht

Beim Export aus CAD kannst du meist einstellen, wie fein Rundungen in Dreiecke zerlegt werden. Zu grob, und eine Bohrung wird sichtbar eckig. Zu fein, und die Datei wird riesig, ohne dass der Druck besser wird. Bei 0,4 mm Düse sieht man Facetten, die deutlich kleiner sind, ohnehin nicht. Eine mittlere Einstellung reicht fast immer. Wird die Datei größer als 50 MB, hilft es, beim Export eine gröbere Stufe zu wählen.

Flächen statt Körper

Eine einzelne Fläche ohne Dicke lässt sich nicht drucken. Das passiert, wenn in einem Modellierprogramm nur eine Hülle gebaut wurde. Jede Wand braucht eine echte Stärke. Wie dick sie mindestens sein sollte, steht in der Hilfe zu Wandstärke und Details.

Eine ausführliche Liste mit allem, was du vor dem Hochladen prüfen kannst, findest du unter Datei vorbereiten.

Und wenn ich gar keine Datei habe?

Dann kannst du bei uns trotzdem etwas drucken lassen. Im Editor baust du einfache Teile aus Formen, Vorlagen und 3D-Text selbst. Der Editor erzeugt daraus beim Bestellen eine STL-Datei für den Druck. Wie das geht, zeigt der Artikel Ohne CAD zum eigenen Teil.

Weiterlesen

Wenn deine Datei bereit ist, lade sie hoch. Du siehst sofort die Maße, den Preis und die Druckzeit. Was danach mit deinem Modell passiert, erklärt der Artikel Was ist FDM-Druck?, und wie du es gut auf die Platte legst, steht in der Hilfe unter Auf Fläche legen. Alle weiteren Antworten findest du in der Hilfe.

Titelbild: Grafik von Aluminum-001, als JPEG gespeichert, Lizenz CC0, via Wikimedia Commons (Originaldatei)

Lust, es auszuprobieren? Lade dein Modell hoch und du siehst sofort, was der Druck kostet.
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