PLA ist das Material, mit dem die meisten 3D-Drucke entstehen, auch bei uns. Es lässt sich sauber drucken, hält Maße gut und hat eine schöne matte Oberfläche. Im Alltag hat es aber ein paar Eigenheiten, die man kennen sollte, bevor man ein Teil ins Auto legt oder in die Spülmaschine stellt. Hier steht, was PLA verträgt und wo du lieber zu PETG greifst.
Was PLA ist
PLA steht für Polylactid, einen Kunststoff, der meist aus Stärke von Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt wird. Für den 3D-Druck ist er beliebt, weil er bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen schmilzt, kaum riecht und sich beim Abkühlen wenig verzieht. Das macht ihn zu einem guten Allrounder für Teile, die drinnen benutzt werden.
Wärme ist der wichtigste Punkt
PLA wird ab etwa 55 °C weich. Es schmilzt dann nicht, aber es verliert seine Steifigkeit. Ein Teil, das unter Last steht oder eingeklemmt ist, verformt sich dann langsam und bleibt so, wenn es wieder abkühlt.
55 °C klingt nach viel, wird im Alltag aber öfter erreicht, als man denkt.
Im Auto
Ein Auto, das im Sommer in der Sonne steht, heizt sich innen stark auf. Auf dem Armaturenbrett und hinter der Windschutzscheibe werden Temperaturen deutlich über 55 °C erreicht. Ein Handyhalter oder eine Blende aus PLA kann sich dort an einem einzigen Sommertag verziehen. Für alles, was dauerhaft im Auto bleibt, nimm PETG. Es wird erst ab etwa 70 °C weich und hält deutlich mehr aus. Auf dem Armaturenbrett im Hochsommer kann aber auch das an seine Grenze kommen.
In der Sonne
Neben der Wärme setzt auch das UV-Licht dem Material mit der Zeit zu. PLA ist nicht für den dauerhaften Einsatz in der Sonne gedacht. Auf der Fensterbank in der Mittagssonne, auf dem Balkon oder im Garten wird es mit der Zeit spröde und kann sich bei Hitze verformen. Für draußen ist PETG die bessere Wahl.
In der Nähe von Wärmequellen
Heizkörper, Lampen mit Glühbirne oder Halogenstrahler, der Bereich über dem Herd und die Rückseite mancher Geräte werden warm genug, um PLA weich zu machen. Wenn du dir unsicher bist, halte die Hand an die Stelle: Was sich deutlich heiß anfühlt, ist für PLA zu warm.
Spülmaschine und heißes Wasser
Spülmaschinen spülen je nach Programm mit 50 °C bis 70 °C, dazu kommt die Trocknung. PLA verformt sich dabei sehr wahrscheinlich. Auch heißes Wasser aus dem Wasserkocher ist zu viel. Handwarm abspülen ist dagegen kein Problem.
Für Teile, die gelegentlich mit warmem Wasser in Berührung kommen, ist PETG robuster. In die Spülmaschine würden wir aber auch PETG-Teile nicht stellen.
Kontakt mit Lebensmitteln
Hier sind wir zurückhaltend und sagen es offen: Unsere Drucke sind nicht für den Kontakt mit Lebensmitteln gedacht. Das liegt weniger am Material selbst als am Verfahren. Zwischen den Schichten entstehen feine Rillen, in denen sich Reste und Keime halten, die man auch mit Spülen kaum herausbekommt. Dazu kommen Farbstoffe und Zusätze im Filament sowie die Düse, durch die vorher anderes Material lief.
Ausstechformen für einen einmaligen Einsatz, Keksstempel oder Becher sind deshalb keine guten Ideen für einen FDM-Druck. Halter für Gewürzgläser, Etiketten für Vorratsdosen oder ein Ständer für Kochbücher dagegen schon, denn dort berührt nichts das Essen.
Feuchtigkeit und Wasser
Kaltes Wasser macht PLA im normalen Gebrauch nichts aus. Ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Halter im Bad funktionieren gut. Ganz wasserdicht sind gedruckte Teile aber nicht immer, weil zwischen den Schichten feine Spalten sein können. Für Gefäße, die Wasser halten sollen, helfen mehr Wände und eine passende Ausrichtung.
Was PLA gut kann
Bei all den Hinweisen: Für sehr viele Dinge ist PLA genau richtig.
- Halter, Haken und Organizer für drinnen
- Deko, Figuren und Modelle
- Schilder, Anhänger und Geschenke
- Gehäuse für Elektronik, die nicht warm wird
- Prototypen und Anproben
PLA ist steifer als PETG und hält Maße in der Regel gut. Für Teile, die genau passen sollen, ist das ein Vorteil.
PLA oder PETG im Überblick
| Einsatz | PLA | PETG |
|---|---|---|
| Drinnen, Raumtemperatur | gut | gut |
| Im Auto im Sommer | nein | mit Einschränkung |
| Dauerhaft in der Sonne | nein | gut |
| Handwarmes Wasser | gut | gut |
| Spülmaschine | nein | nicht empfohlen |
| Teile, die sich biegen müssen | eher nicht | gut |
Mehr Einzelheiten und Beispiele findest du im Vergleich PLA oder PETG.
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Beide Materialien kannst du beim Hochladen deines Modells wählen, aktuell in Grau. Was wir zu Wärme und Sonne vor der Bestellung mitteilen, steht unter Gewährleistung. Wenn dein Teil stabil sein soll, lies auch den Artikel über Füllung und Stabilität, und wie ein Druck überhaupt entsteht, erklärt Was ist FDM-Druck?.
Titelbild: Foto von Aaaatu, verkleinert, Lizenz CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Originaldatei)