Stützen und Überhänge beim 3D-Druck

Ein Drucker kann nicht in die Luft drucken. Was das für dein Modell bedeutet und wie du damit umgehst.

Was ein Überhang ist

Jede neue Schicht wird auf die Schicht darunter gelegt. Ragt ein Teil deines Modells über das hinaus, was darunter liegt, nennt man das einen Überhang. Typische Beispiele sind die Krempe eines Huts, ausgestreckte Arme einer Figur oder die Decke über einer Öffnung.

Die 45-Grad-Regel

Ein bisschen Überhang ist kein Problem: Jede Schicht darf etwas über die vorige hinausstehen und wird noch zur Hälfte getragen. Als Faustregel gilt: Bis etwa 45 Grad gegen die Senkrechte druckt der Drucker ohne Hilfe. Wird es flacher, hängt die neue Schicht zu weit in der Luft und sackt ab.

Stell dir den Buchstaben Y vor: Seine Arme stehen schräg, er lässt sich gut drucken. Beim T steht der Balken waagerecht in der Luft, darunter ist nichts.

Stützen

Wo es steiler wird, druckt der Drucker Stützen mit. Wir nehmen dafür Baumstützen: dünne Äste, die von der Platte zu den überhängenden Stellen wachsen und sie tragen. Sie berühren dein Modell nur an kleinen Punkten und lassen sich gut entfernen. Das machen wir nach dem Druck für dich.

Mit Stützen

  • Auch große Überhänge werden sauber
  • Das Teil kann so liegen, wie es für die Festigkeit am besten ist

Was du dafür in Kauf nimmst

  • Etwas mehr Material und Druckzeit, das siehst du im Preis
  • An den Berührungspunkten bleiben Spuren

Brücken

Eine Brücke ist ein waagerechtes Stück, das an beiden Enden aufliegt, etwa der obere Rand einer rechteckigen Öffnung. Hier kann der Drucker den Kunststoff wie einen Faden von einer Seite zur anderen spannen, ganz ohne Stützen. Kurze Brücken klappen meist gut. Je länger sie werden, desto eher hängt die Unterseite etwas durch.

Was von Stützen bleibt

Stützspuren: Wo Stützen nötig waren, können raue oder matte Stellen bleiben; die Stützen entfernen wir, Spuren davon können bleiben.

Das gehört zu einem FDM-Druck dazu und ist kein Mangel. Die ganze Liste steht bei der Gewährleistung. Liegt dir eine Seite besonders am Herzen, etwa die Sichtseite eines Schilds, dreh das Modell so, dass dort keine Stützen nötig sind.

So kommst du oft ohne Stützen aus

  • Anders hinlegen. Oft reicht es, das Modell zu drehen. Ein Becher mit der Öffnung nach oben braucht keine Stützen. So geht es im Editor.
  • Schrägen statt waagerechter Kanten. Eine Fase von 45 Grad unter einem Vorsprung lässt sich ohne Stützen drucken, eine waagerechte Kante nicht.
  • Tropfenform für liegende Löcher. Bei einem waagerechten runden Loch hängt der obere Rand in der Luft. Kleine Löcher klappen meist trotzdem. Bei größeren hilft eine kleine Spitze oben, wie bei einem Tropfen.
  • In Teile zerlegen. Manche Formen lassen sich in zwei Hälften drucken, die jede flach liegen, und danach verkleben.

So zeigt es dir der Shop

Im ez!-Modus erkennen wir Überhänge selbst. Hat dein Modell Stellen, die frei in der Luft hängen, schalten wir die Stützen ein und sagen dir das. Du kannst sie bei Bedarf wieder ausschalten.

Im Editor kannst du unter Ansicht die Funktion „Überhänge zeigen“ einschalten. Dann färben sich alle Flächen rot, die steiler als 45 Grad nach unten zeigen. So siehst du sofort, ob eine andere Lage besser wäre.

Stützen aus, obwohl es Überhänge gibt?

Das geht, das Ergebnis wird an diesen Stellen aber unsauber. Für den Sofortdruck müssen die Stützen bei Überhängen eingeschaltet sein. Auf dem normalen Weg sprechen wir dich an, wenn uns etwas auffällt.