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3D-Druck nachbearbeiten: Stützen entfernen, schleifen, kleben

Was nach dem Druck mit deinem Teil passiert und wie du es zu Hause weiter verfeinerst: Stützreste entfernen, schleifen, kleben und lackieren.

Wenn dein Teil bei uns vom Drucker kommt, ist es benutzbar, aber nicht poliert. Man sieht die Schichten, an manchen Stellen vielleicht Spuren von Stützen. Für die meisten Halter und Ersatzteile ist das völlig in Ordnung. Wenn du aber eine glattere Oberfläche willst oder mehrere Teile verbinden möchtest, kannst du mit etwas Geduld und einfachem Werkzeug noch einiges herausholen. Hier zeigen wir, was sich bewährt hat.

Was wir vor dem Versand machen

Nach dem Druck nehmen wir das Teil von der Platte und entfernen die Stützen. Lose Fäden zupfen wir ab und schauen uns das Teil an, bevor es verpackt wird. Wo Stützen saßen, können raue oder matte Stellen bleiben. Das gehört zu den typischen Eigenschaften eines FDM-Drucks, die wir dir vor der Bestellung zeigen.

Schleifen und Lackieren gehören nicht dazu. Wie du das selbst machst, steht in den folgenden Abschnitten.

Stützreste entfernen

Manchmal bleiben an schwer erreichbaren Stellen kleine Reste. So bekommst du sie weg:

  • Mit den Fingern oder einer Pinzette lassen sich lose Reste oft einfach abziehen. Arbeite dich vom Rand her vor.
  • Mit einem Seitenschneider knipst du dickere Reste dicht an der Oberfläche ab. Die Schneide zeigt dabei zum Rest, nicht zum Teil.
  • Mit einem Entgratwerkzeug nimmst du feine Kanten und Grate ab. Es ist sicherer als ein Cuttermesser, weil die Klinge nicht abrutschen kann.

Arbeite immer vom Körper weg und halte das Teil so, dass deine Finger nicht in Schnittrichtung liegen. Schutzbrille schadet nicht, kleine Splitter können wegspringen.

Wenn du weißt, dass eine Fläche später sichtbar ist, lohnt es sich, das schon beim Hochladen zu bedenken. Legst du das Teil so hin, dass die schöne Seite nach oben zeigt, kommen Stützen meist nur an die Unterseite. Tipps dazu stehen in der Hilfe zu Stützen und Überhängen.

Schleifen

Schleifen ist der wichtigste Schritt für eine glatte Oberfläche. Ein paar Dinge machen es deutlich leichter:

Die richtige Körnung

Fang grob an und werde schrittweise feiner:

Körnung Wofür
120 bis 180 Stützspuren, grobe Unebenheiten
240 bis 400 Schichtlinien glätten
600 bis 1000 Feinschliff vor dem Lackieren

Wechsle die Körnung erst, wenn die Kratzer der vorigen Stufe gleichmäßig sind. Wer zu früh auf fein wechselt, schleift ewig.

Nass schleifen

Wasserfestes Schleifpapier mit etwas Wasser hat zwei Vorteile: Es staubt nicht, und das Papier setzt sich nicht so schnell zu. Außerdem wird das Teil weniger warm.

Nicht zu warm werden lassen

PLA wird ab etwa 55 °C weich. Beim schnellen, trockenen Schleifen mit viel Druck kann die Oberfläche anschmelzen und schmieren. Deshalb besser von Hand und ohne viel Druck arbeiten, und bei Maschinen nur mit niedriger Drehzahl. Bei PETG ist das weniger kritisch, es wird erst ab etwa 70 °C weich, ist aber zäh und lässt sich dafür etwas mühsamer schleifen.

Schleifstaub von Kunststoff solltest du nicht einatmen. Nass schleifen oder eine Staubmaske tragen und danach feucht abwischen.

Spachteln und Grundieren

Wenn die Schichtlinien ganz verschwinden sollen, reicht Schleifen allein oft nicht. Dann hilft ein Füller:

  1. Teil anschleifen und gründlich säubern.
  2. Einen Füller oder Spritzspachtel aus dem Baumarkt dünn auftragen.
  3. Trocknen lassen, so lange wie auf der Verpackung angegeben.
  4. Mit feiner Körnung glatt schleifen.
  5. Bei Bedarf wiederholen.

Danach kannst du mit Acryllack oder Sprühlack lackieren. Achte auf die Angaben des Herstellers, ob der Lack für Kunststoff geeignet ist, und arbeite nur in gut gelüfteten Räumen oder draußen.

Kleben

Größere Teile, die nicht in unseren Bauraum von 180 × 180 × 180 mm passen, lassen sich in Teilen drucken und danach verbinden. Auch Reparaturen sind oft mit Kleber möglich.

  • Sekundenkleber hält auf PLA und PETG gut, wenn die Flächen sauber und leicht angeschliffen sind. Für kleine Teile und schnelle Reparaturen ist er die bequemste Wahl.
  • Zweikomponentenkleber füllt kleine Spalten und eignet sich für Verbindungen, die mehr aushalten müssen.

Plane schon beim Konstruieren mit: Zapfen und Löcher an den Klebeflächen helfen, die Teile genau auszurichten. Wie viel Spiel du dabei vorsehen solltest, steht im Artikel Toleranzen und Passungen.

Lies bei jedem Kleber die Hinweise auf der Verpackung und halte Abstand zu Haut und Augen. Sekundenkleber verklebt Finger schneller als Kunststoff.

Löcher und Gewinde nacharbeiten

Bohrungen fallen beim FDM-Druck oft 0,1 bis 0,3 mm enger aus. Mit einem passenden Bohrer, langsam von Hand oder mit niedriger Drehzahl, bringst du sie auf Maß. Für Schrauben kannst du ein Gewinde mit einem Gewindebohrer schneiden oder eine Gewindeschneidschraube verwenden.

Was du besser lässt

Es gibt im Netz Anleitungen, Drucke mit Lösungsmitteln oder offener Flamme zu glätten. Das birgt echte Risiken für Gesundheit und Wohnung, und wir raten davon ab. Mit Schleifpapier und Füller kommst du sicherer zu einem guten Ergebnis.

Auch heißes Wasser oder einen Föhn solltest du bei PLA nur mit Bedacht einsetzen. Ab etwa 55 °C verliert es seine Form. Was das im Alltag bedeutet, steht im Artikel PLA im Alltag.

Weiterlesen

Je weniger Stützen ein Teil braucht, desto weniger Nacharbeit hast du später. Wie du das schon beim Hochladen steuerst, zeigt die Hilfe zu Auf Fläche legen. Eine feinere Qualitätsstufe spart dir ebenfalls Schleifarbeit, mehr dazu im Artikel Was die Schichthöhe mit deinem Teil macht. Wenn dein Teil bereit ist, lade es hoch.

Titelbild: Foto von Nevit, verkleinert, Lizenz CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Originaldatei)

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