Bei jeder Bestellung fragen wir dich nach der Qualität. Hinter den vier Stufen Fein, Optimal, Standard und Entwurf steckt im Kern eine einzige Zahl: die Schichthöhe. Sie bestimmt, wie glatt dein Teil aussieht und wie lange der Drucker daran arbeitet. Hier erfährst du, was sie genau ist und wie du die passende Stufe findest.
Was die Schichthöhe ist
Ein FDM-Drucker baut dein Teil aus vielen waagerechten Lagen auf, die übereinanderliegen. Wie das im Einzelnen funktioniert, haben wir im Artikel Was ist FDM-Druck? beschrieben. Die Schichthöhe ist die Dicke einer solchen Lage. Bei 0,2 mm braucht ein 20 mm hohes Teil also 100 Schichten, bei 0,12 mm sind es schon rund 167.
Unsere Düse hat eine Öffnung von 0,4 mm. Die Schichthöhe liegt immer deutlich darunter, damit die Bahnen gut aufeinandergedrückt werden und miteinander verschmelzen.
Unsere vier Stufen
| Stufe | Schichthöhe | Passt gut für |
|---|---|---|
| Fein | 0,12 mm | Figuren, runde Formen, Teile zum Anschauen |
| Optimal | 0,16 mm | Teile, die gut aussehen sollen, ohne dass es lange dauert |
| Standard | 0,20 mm | Halter, Gehäuse, die meisten Alltagsteile |
| Entwurf | 0,28 mm | Prototypen und Probestücke, bei denen es um die Form geht |
Die übrigen Einstellungen wie Füllung und Wände bleiben gleich, wenn du die Stufe wechselst. Du änderst damit nur, wie dick jede Lage wird.
Wo man die Schichten sieht
Auf einer senkrechten Wand erkennst du die Schichten als feine, gleichmäßige Rillen. Mit dem Fingernagel spürt man sie, aus normalem Abstand fallen sie bei feinen Stufen kaum auf.
Deutlicher wird es an schrägen und gewölbten Flächen. Dort entsteht jede Schicht etwas versetzt zur vorherigen, und die Oberfläche bekommt kleine Stufen. Je flacher die Schräge, desto breiter werden diese Stufen. Eine fast waagerechte Kuppel zeigt bei 0,28 mm deutliche Ringe, bei 0,12 mm wirkt sie viel runder.
Waagerechte Flächen oben auf dem Teil sind davon kaum betroffen. Sie bestehen aus geschlossenen Deckschichten und sehen bei allen Stufen ähnlich aus.
Was die Schichthöhe nicht ändert
Die Genauigkeit in der Fläche hängt kaum von der Schichthöhe ab. Ein Loch wird bei Fein nicht automatisch maßhaltiger als bei Standard. Kleine Bohrungen fallen bei FDM-Drucken grundsätzlich oft 0,1 bis 0,3 mm enger aus. Wie du das beim Konstruieren einplanst, steht im Artikel über Toleranzen und Passungen.
Auch sehr feine Details wie dünne Stege oder kleine Schrift werden durch eine feinere Schicht nicht beliebig schärfer. In der Fläche begrenzt die Düsenbreite, was sich drucken lässt. Was dabei realistisch ist, findest du in der Hilfe zu Wandstärke und Details.
Was die Schichthöhe mit der Druckzeit macht
Halbierst du die Schichthöhe, braucht der Drucker ungefähr doppelt so viele Schichten. Jede einzelne Schicht ist zwar etwas schneller fertig, weil weniger Material fließt, aber in der Summe dauert der Druck spürbar länger. Bei einem kleinen Anhänger macht das ein paar Minuten aus, bei einem großen Gehäuse schnell Stunden.
Weil die Druckzeit in den Preis eingeht, ist eine feinere Stufe in der Regel auch teurer. Du kannst das bei uns direkt ausprobieren: Wechsle die Qualität und schau zu, wie sich Druckzeit und Preis ändern. Wie sich der Preis genau zusammensetzt, erklärt der Artikel Was kostet ein 3D-Druck?, und zur Druckzeit gibt es den Artikel Wie lange dauert ein 3D-Druck?.
Hält eine dickere Schicht mehr aus?
Ein bisschen. Bei dickeren Schichten gibt es weniger Schichtfugen, und die einzelnen Bahnen sind etwas kräftiger. Der Unterschied ist aber klein im Vergleich zu dem, was Wände, Füllung und die Lage des Teils auf der Platte ausmachen. Wenn dein Teil vor allem halten soll, lohnt es sich mehr, dort anzusetzen. Der Artikel über Füllung und Stabilität zeigt, wie.
So findest du die passende Stufe
Ein paar Fragen helfen bei der Wahl:
- Sieht man das Teil später oft aus der Nähe? Dann ist Optimal oder Fein eine gute Wahl, vor allem bei runden Formen.
- Ist es ein Funktionsteil, das irgendwo verschwindet? Standard reicht hier fast immer.
- Willst du nur prüfen, ob die Form passt? Nimm Entwurf. Das geht schneller, und für eine Anprobe brauchst du keine glatte Oberfläche.
- Hat das Modell viele flache Schrägen oder Kuppeln? Hier sieht man den Unterschied am deutlichsten, eine feinere Stufe lohnt sich.
- Ist es groß und eher kantig? Dann bringt Fein wenig sichtbaren Gewinn, kostet aber viel Zeit.
Wenn du unsicher bist, fang mit Standard an. Für die meisten Alltagsteile ist das der vernünftige Mittelweg.
Ein Beispiel aus der Werkstatt
Ein Kabelhalter für den Schreibtisch sitzt unter der Platte und wird nie angeschaut. Er bekommt Standard. Eine kleine Vase mit sanft gewölbter Form steht dagegen im Regal. Bei ihr sieht man auf der Rundung jede Stufe, also lohnt sich Fein, auch wenn der Druck länger dauert.
Nachbearbeitung als Alternative
Wer eine wirklich glatte Oberfläche braucht, kommt mit der feinsten Schicht allein nicht ganz hin. Schleifen und Grundieren helfen dann weiter. Was sich dabei bewährt hat, steht im Artikel 3D-Druck nachbearbeiten.
Weiterlesen
Wenn du deine Datei schon hast, lade sie hoch und vergleiche die Stufen direkt am Preis. Im ez!-Modus zeigen wir dir dieselbe Rundung in allen vier Stufen nebeneinander, so siehst du den Unterschied vorher. Weitere Antworten findest du in der Hilfe, und was wir zu Maßen und Oberfläche zusagen, steht unter Gewährleistung.
Titelbild: Foto von 3DBenchy, verkleinert, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (Originaldatei)